Unser Angebot im Fachbereich Knie

Das Team für Knieorthopädie bietet Ihnen unter der Führung von Herrn PD Dr. Dr. med. Frank M. Klenke das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenkes an.

Zu unseren Kernkompetenzen gehören die chirurgische und nicht chirurgische Behandlungen von Knochenbrüchen, Gelenkverschleiss (Arthrose), Gelenkinfektionen und Sportverletzungen, insbesondere Bänder-, Sehnen- und Meniskusrisse. Wir legen besonderen Wert auf eine ausführliche diagnostische Abklärung unter Zuhilfenahme modernster Untersuchungstechniken.

Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unserer Physiotherapie und Ärztinnen/Ärzten aus anderen Fachrichtungen ermöglicht uns, Ihnen ein massgeschneidertes Behandlungskonzept anzubieten. Dabei richten sich unsere Therapieempfehlungen nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Wir beraten Sie gerne persönlich und umfänglich zu Ihren Kniebeschwerden in unserer Sprechstunde.

Schwerpunkte und Spezialisierungen

  • Chirurgische Rekonstruktion und Stabilisierung von Knochenbrüchen im Bereich des Kniegelenkes
  • Implantation von Knieprothesen (Teil- und Totalprothesen) sowie Prothesen-Wechseloperationen
  • Behandlung von Kniegelenks- und Protheseninfektionen
  • Minimalinvasive, arthroskopisch-assisierte («Schlüsselloch-Technik») Chirurgie bei Sportverletzungen (Kreuzband, Seitenband, Meniskus, Knorpel etc.)
  • Gelenkserhaltende Achsenkorrektur (Umstellungsosteotomie) des Schienbeins und des Oberschenkels bei frühzeitiger Arthroseentwicklung im Kniegelenk
  • Behandlung bei Instabilitäten der Kniescheibe

Operatives Spektrum und Behandlungsverfahren

  • Teil- und Totalendoprothesen des Kniegelenkes
  • Revisionsendoprothetik und Infektchirurgie
  • Umstellungsosteotomien (proximale Tibia und distales Femur)
  • Arthroskopisch-assistierte Rekonstruktion des vorderen und hinteren Kreuzbandes mit Sehnentransplantaten einschliesslich kreuzbanderhaltender Rekonstruktion (dynamische intraligamentäre Stabilisierung)
  • Minimal-invasive Rekonstruktion der Kollateralbänder
  • Behandlung multi-ligamentärer Knieverletzungen nach Knieluxation (Ligament-Bracing)
  • Arthroskopische Behandlung von Meniskusrissen (Teilmeniskektomie, Meniskusnaht), Meniskustransplantation
  • Patello-femorale Stabilisierung
  • Behandlung von Knorpelschäden, Knorpeltransplatation
  • Rekonstruktion und Osteosynthese kniegelensnaher Frakturen

Die häufigsten Krankheitsbilder und deren Behandlung

Arthrose

Die Arthrose des Kniegelenkes (Gelenkverschleiss) führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Behandlung erfolgt im Anfangsstadium konservativ, d.h. nicht operativ. Dies beinhaltet Physiotherapie, Schmerzmedikamente und schmerzlindernde und entzündungshemmende Kniegelenksinfiltrationen (Spritze in das Kniegelenk).
Bei fortgeschrittener Arthrose und entsprechendem Leidensdruck ist der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese) die Therapie der Wahl. In Abhängigkeit der Lokalisation und der Schwere des Gelenkverschleisses kommen Teil- oder Totalprothesen zur Anwendung. Hierbei werden die betroffenen Gelenkoberflächen an Ober- und Unterschenkel durch einen Oberflächenersatz aus Metall (Cobalt-Chrom-Legierung) ersetzt. Dazwischen und an der Rückfläche der Kniescheibe dient ein ein Kunststoff-Einsatz aus Polyethylen als Gleitflächenersatz. Nach der Operation erfolgt eine rasche Rehabilitation, die durch unsere Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten massgeblich unterstützt wird. Schon am ersten Tag nach der Operation werden die ersten Gehversuche mit Gehstöcken unternommen und es werden üblicherweise rasche Fortschritte erzielt, so dass die Patientinnen und Patienten das Spital bereits nach einigen Tagen verlassen können. Der Gebrauch von Gehstöcken wird für zirka vier bis sechs Wochen empfohlen, wobei das operierte Knie in der Regel bis zur Schmerzgrenze belastet werden darf.

Prothesenlockerung/-Infektion

Wenn sich nach Jahren durch Verschleiss eine Lockerung der Prothesenkomponenten als Schmerzursache herausstellt, ist eine Wechseloperation der Prothese notwendig. Kann bei der vorangehenden Abklärung eine Infektion der Prothese ausgeschlossen werden, wird dieses Verfahren in der Regel in einer einzigen Operation durchgeführt.
Die Infektion einer Knieprothese stellt einen Notfall dar und sollte entsprechend rasch behandelt werden. Wird die Infektion im Akutstadium diagnostiziert, kann unter Umständen ein prothesenerhaltendes Verfahren eingeleitet werden, d.h. das Gelenk wird chirurgisch eröffnet und gereinigt, die Prothese aber nicht ausgebaut. Bei chronischen oder wiederkehrenden Infektionen muss die Prothese in einem ersten Schritt entfernt werden. Als Provisorium dient während 6-12 Wochen ein Platzhalter aus Zement, der nach Ausbau der Prothese während derselben Operation eingesetzt wird. Anschliessend steht zunächst die Behandlung mit Antibiotika im Vordergrund. Nach einer Antibiotikatherapie von 6-12 Wochen kann in einer zweiten Operation ein neues künstliches Gelenk implantiert werden.

Sportverletzungen (Ligamente und Menisken)

Bänder (Ligamente) und zwei Menisken sorgen im Knie für eine stabile Gelenkführung bei allen Bewegungen. Bänder und Menisken können bei Sportunfällen verletzt werden. Von den Bändern sind das vordere Kreuzband und die Seitenbänder (Innen- und Aussenband) am häufigsten betroffen. Je nach Ausmass der Verletzung (Zerrung, Teilruptur, Totalruptur) erfolgt die Therapie ohne (konservativ) oder mit Operation. Der Meniskusriss entsteht ebenfalls oft bei Sportunfällen, kann aber auch durch Bagatellunfälle passieren. In Abhängigkeit der Rissform und des Alters des Risses bzw. des Patienten/der Patientin wird der Meniskus genäht oder teilweise entfernt.
Die chirurgische Therapie dieser Verletzungen erfolgt grösstenteils arthroskopisch (Schlüsselloch-Technik) und damit minimal-invasiv. Gewisse Mehrfachverletzungen (mehrere Bänder betroffen) oder aufwendigere Rekonstruktionen von Seitenbändern erfordern manchmal ein offenes Verfahren. 
Gerissene Bänder können entweder genäht oder ersetzt werden. Bei Meniskusverletzungen wird der verletzte Anteil entweder genäht oder entfernt. Die Entscheidung wird in Abhängigkeit des Verletzungsmusters und des Patienten individuell gefällt. Der Riss des vorderen Kreuzbandes stellt eine der häufigsten Operationsindikationen dar. Die Naht des vorderen Kreuzbandes durch dynamische intraligamentäre Stabilisierung (Ligamys) sollte innerhalb von 3 Wochen nach dem Unfall erfolgen. Eine Kreuzbandersatzplastik kann auch noch später durchgeführt werden. Dabei wird das verletzte Band entfernt und mit einer Sehne (Semitendinosus) der hinteren Oberschenkelmuskelgruppe («Hamstrings») rekonstruiert. Alternativ werden die Sehne des vorderen Oberschenkelmuskels, das Kniescheibenband oder auch Spendersehnen verwendet.

Beinachsenfehlstellung

Eine Fehlstellung der Beinachse, im Volksmund als X- bzw. O-Beine bekannt, führt zu einer ungleichmässigen Belastung der verschiedenen Kniegelenkanteile. Dies kann zu Schmerzen durch Überlastung oder sogar verfrühtem Knorpelverschleiss führen. Um die Schmerzen zu lindern und die Knorpelabnutzung aufzuhalten kann die Beinachse korrigiert werden. In Abhängigkeit der individuellen Fehlstellung erfolgt die Korrektur am Ober- oder Unterschenkel, jeweils nahe des Kniegelenkes. Die Achskorrektur wird vor der Operation präzise mit einem speziellen Computerprogramm geplant und simuliert. Mit der Operation, bei der der Knochen teilweise durchsägt werden muss, wird die Achskorrektur entsprechend der vorgängigen Planung durchgeführt. Die neue Stellung wird dann mit einer Platte und Schrauben (wie bei einem Knochenbruch) fixiert, so dass der Knochen in dieser Stellung verheilen kann.